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Fachbegriffe

Hydraulik-Glossar
für Rohrnetzberechnung

Druckverlust, Betriebspunkt, Pumpenkennlinie, Darcy-Weisbach und mehr – alle wichtigen Begriffe der hydraulischen Berechnung verständlich erklärt.

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B

Bernoulli-Gleichung

Bernoulli equation
GrundgesetzFormel

Energieerhaltungssatz für stationäre, reibungsfreie Strömungen. Die Summe aus geodätischer Höhe, Druckhöhe und Geschwindigkeitshöhe ist entlang einer Stromlinie konstant.

z + p/(ρ·g) + v²/(2g) = konstant

In realen Rohrleitungen wird die Bernoulli-Gleichung um Verlustterme erweitert (erweiterte Bernoulli-Gleichung), die den Druckverlust durch Reibung und lokale Widerstände erfassen.

WNETZ berechnet die Energiehöhe und Druckhöhe an jedem Knoten des Netzes auf Basis der erweiterten Bernoulli-Gleichung.

Betriebspunkt

operating point / duty point
In WNETZ

Der Betriebspunkt ist der Schnittpunkt von Pumpenkennlinie und Anlagenkennlinie. Er beschreibt den tatsächlichen Arbeitszustand einer Pumpe im Rohrleitungssystem mit den realen Werten für Fördermenge Q und Förderhöhe H.

Der Betriebspunkt hängt von der Netzgeometrie, den Rohrreibungsverlusten, den geodätischen Höhenunterschieden und der Pumpenkennlinie ab. Bei mehreren Pumpen (parallel oder in Reihe) verschiebt sich der Betriebspunkt entsprechend.

WNETZ ermittelt den Betriebspunkt aller Pumpen automatisch durch iterative FEM-Netzberechnung – auch bei parallelen Pumpen und in vermaschten Netzen.

Brunnengalerie

well gallery / well field

Anordnung mehrerer Brunnen mit Unterwasserpumpen, die in ein gemeinsames Rohrleitungsnetz fördern. Die hydraulische Berechnung muss die Pumpenkennlinien aller Brunnen sowie die Druckverluste im Sammelnetz berücksichtigen.

WNETZ unterstützt Brunnengalerien: Mehrere Pumpen können gleichzeitig modelliert und deren Betriebspunkte im vermaschten Netz ermittelt werden.
C

Cholesky-Algorithmus

Cholesky decomposition
NumerikIn WNETZ

Numerisches Verfahren zur effizienten Lösung symmetrischer, positiv definiter Gleichungssysteme durch Zerlegung der Systemmatrix in ein Produkt einer unteren Dreiecksmatrix und ihrer Transponierten: A = L · Lᵀ.

In der Rohrnetzberechnung entsteht durch die Knotengleichgewichtsbedingungen ein solches Gleichungssystem. Der Cholesky-Algorithmus löst es schnell und numerisch stabil – auch für große Netze.

WNETZ verwendet den Cholesky-Algorithmus als Kern-Löser für die FEM-basierte Netzberechnung.

Colebrook-White-Gleichung

Colebrook-White equation
Formel

Implizite Gleichung zur Berechnung der Rohrreibungszahl λ für turbulente Strömung in Abhängigkeit von Reynolds-Zahl Re und relativer Rauheit k/D:

1/√λ = –2 · log₁₀(k/(3,71·D) + 2,51/(Re·√λ))

Da die Gleichung implizit ist, wird λ iterativ bestimmt. Als explizite Näherung dient häufig die Formel nach Swamee-Jain. Das Moody-Diagramm visualisiert die Colebrook-White-Gleichung grafisch.

D

Darcy-Weisbach-Gleichung

Darcy-Weisbach equation
DIN / ISOFormelIn WNETZ

Die grundlegende Gleichung zur Berechnung des Druckverlustes durch Rohrreibung in einer geraden Rohrleitung:

Δp = λ · (L/D) · (ρ · v² / 2) [Pa]

Dabei ist λ die Rohrreibungszahl, L die Rohrlänge [m], D der Innendurchmesser [m], ρ die Fluiddichte [kg/m³] und v die mittlere Strömungsgeschwindigkeit [m/s]. Alternativ als Druckhöhenverlust:

h_v = λ · (L/D) · (v² / 2g) [m]

Die Darcy-Weisbach-Gleichung gilt für alle Strömungsregime (laminar und turbulent) und alle Newtonschen Flüssigkeiten. Sie ist heute der international anerkannte Standard (DIN EN ISO 4006).

WNETZ berechnet alle Rohrreibungsverluste nach Darcy-Weisbach. Die Rohrreibungszahl λ wird automatisch nach Colebrook-White aus Fließgeschwindigkeit und Rohrrauheit bestimmt.

Druckhöhe

pressure head
Formel

Die Druckhöhe h_p = p/(ρ·g) ist der auf eine Wassersäule umgerechnete statische Druck an einem Punkt im Rohrleitungssystem. Sie wird in Metern Wassersäule [mWS] angegeben.

h_p = p / (ρ · g) [m]

Die Druckhöhe ist Teil der Energiehöhe. In der Praxis ist der Mindestdruck an Verbrauchsstellen (z.B. 2,5 bar = 25 mWS nach DVGW W 400) eine wichtige Planungsgröße.

WNETZ gibt für jeden Knoten die Druckhöhe und den statischen Druck [bar] als Berechnungsergebnis aus.

Druckverlust

pressure loss / head loss
DIN EN 805In WNETZ

Der Druckverlust Δp ist der Druckabfall entlang einer Rohrleitung infolge von Reibung zwischen Fluid und Rohrwand sowie durch lokale Strömungswiderstände (Armaturen, Bögen, Übergänge). Er setzt sich zusammen aus:

  • Rohrreibungsverlust (Linienverlust): Reibung entlang gerader Rohrstrecken → berechnet nach Darcy-Weisbach
  • Lokale Verluste (Einzelwiderstände): Armaturen, Bögen, Abzweige, Einlauf/Auslauf → berechnet über Widerstandsbeiwert ζ
Δp_gesamt = Δp_Rohrreibung + Σ(ζ · ρ · v² / 2) [Pa]

Der Druckverlust hängt ab von: Rohrlänge, Rohrdurchmesser, Rohrrauheit, Fließgeschwindigkeit, Fluiddichte und -viskosität sowie lokalen Widerstandsbeiwerten. Höhere Fließgeschwindigkeit erhöht den Druckverlust überproportional (quadratischer Zusammenhang bei turbulenter Strömung).

WNETZ berechnet den Druckverlust für jeden Rohrstrang im Netz und gibt ihn in Pa und mWS aus. Lokale Verluste können über ζ-Werte je Strang eingegeben werden.

DN – Nennweite

DN – nominal diameter
DIN EN ISO 6708

DN (Diameter Nominal) ist eine dimensionslose Kenngröße für Rohrleitungen und Armaturen, die dem Innendurchmesser in mm annähernd entspricht. Beispiel: DN 100 ≈ Innendurchmesser 100 mm. Der tatsächliche Innendurchmesser hängt vom Werkstoff und der Druckstufe ab.

Gebräuchliche Nennweiten in der Wasserversorgung: DN 50, DN 80, DN 100, DN 150, DN 200, DN 300.

In WNETZ wird der Innendurchmesser direkt in mm eingegeben. DN dient als Orientierung bei der Auswahl.

Durchflussmenge (Volumenstrom)

flow rate / volumetric flow rate
In WNETZ

Volumen des Fluids, das pro Zeiteinheit einen Querschnitt durchströmt. Einheiten: m³/s, m³/h, l/s oder l/min.

Q = v · A = v · (π · D²/4) [m³/s]

In Rohrleitungsnetzen ergibt sich die Durchflussmenge in jedem Strang aus den Knotengleichgewichten (Kontinuitätsbedingung: Summe aller Zu- und Abflüsse am Knoten = 0).

WNETZ gibt die Durchflussmenge in jedem Strang als Berechnungsergebnis aus – mit Angabe der Fließrichtung.
E

Energiehöhe

total head / hydraulic grade line
In WNETZ

Die Energiehöhe H ist die Summe aller drei Anteile der Bernoulli-Gleichung an einem Punkt:

H = z + p/(ρ·g) + v²/(2g) [m]

z = geodätische Höhe, p/(ρ·g) = Druckhöhe, v²/(2g) = Geschwindigkeitshöhe. Die Energiehöhe nimmt in Fließrichtung um den Druckverlust ab. Der Verlauf der Energiehöhenlinie (EHL) zeigt die hydraulischen Verhältnisse im gesamten Netz.

WNETZ stellt die Energiehöhe an allen Knoten dar und visualisiert sie optional in 3D.
F

FEM-Berechnung (Finite-Elemente-Methode)

FEM – finite element method
In WNETZ

Numerisches Verfahren, bei dem ein kontinuierliches System (hier: das Rohrnetz) in diskrete Elemente (Rohrstränge) aufgeteilt wird. Für jeden Knoten werden Gleichgewichtsbedingungen (Kontinuität, Energiebilanz) aufgestellt und als Gleichungssystem gelöst.

In WNETZ werden die Knotendruckhöhen als Unbekannte gewählt. Das entstehende lineare Gleichungssystem wird mit dem Cholesky-Algorithmus gelöst.

Die FEM-Berechnung in WNETZ ist wissenschaftlich fundiert und liefert auch für vermaschte Netze exakte Ergebnisse in Sekundenbruchteilen.

Fließgeschwindigkeit

flow velocity
In WNETZ

Mittlere Strömungsgeschwindigkeit des Fluids im Rohrquerschnitt:

v = Q / A = 4·Q / (π·D²) [m/s]

Empfohlene Fließgeschwindigkeiten in Wasserversorgungsnetzen: 0,5–2,0 m/s (DVGW W 400). Zu niedrige Geschwindigkeiten begünstigen Ablagerungen; zu hohe Geschwindigkeiten erhöhen den Druckverlust überproportional und können Erosion verursachen.

WNETZ gibt die Fließgeschwindigkeit in jedem Strang als Berechnungsergebnis aus und warnt bei Überschreitung empfohlener Grenzwerte.

Förderhöhe

pump head / total head
In WNETZ

Die Förderhöhe H einer Pumpe ist die Differenz der Energiehöhen zwischen Druck- und Saugseite der Pumpe. Sie setzt sich zusammen aus:

  • Geodätische Höhe (statische Förderhöhe)
  • Druckdifferenz zwischen Druck- und Saugbehälter
  • Rohrreibungsverluste und lokale Verluste im Netz
  • Geschwindigkeitshöhendifferenz (meist vernachlässigbar)
In WNETZ wird die Förderhöhe am Betriebspunkt automatisch aus der Pumpenkennlinie und der Netzberechnung ermittelt.

Fördermenge

flow rate / discharge

Volumen des Fördermediums, das eine Pumpe pro Zeiteinheit fördert. Einheit: m³/h oder l/s. Die Fördermenge am Betriebspunkt ergibt sich aus dem Schnittpunkt von Pumpen- und Anlagenkennlinie.

H

Hardy-Cross-Verfahren

Hardy Cross method
Iteration

1936 von Hardy Cross entwickeltes iteratives Verfahren zur Berechnung vermaschter Rohrnetze. Ausgehend von geschätzten Durchflüssen (die die Kontinuität erfüllen) werden in jedem Maschenring Druckverlust-Ungleichgewichte berechnet und durch eine Korrekturformel schrittweise minimiert:

ΔQ = – Σ(h_f) / Σ(2·h_f/Q)

Das Verfahren konvergiert bei richtiger Initialisierung zuverlässig. Für große Netze ist es langsamer als direkte Matrixverfahren (z.B. Cholesky), aber konzeptionell einfach verständlich.

Hochbehälter

elevated storage tank / reservoir
In WNETZ

Ein Hochbehälter ist ein erhöht gelegener Wasserspeicher, der im Rohrleitungsnetz als Druckquelle (Randbedingung: feste Druckhöhe) wirkt. Er puffert Verbrauchsschwankungen und sichert den Versorgungsdruck ohne permanente Pumpentätigkeit.

In WNETZ wird der Hochbehälter als Knoten mit fester Druckhöhe (Randbedingung) modelliert. Mindestens ein solcher Knoten ist für die Berechnung erforderlich.
K

Kontinuitätsgleichung

continuity equation
Grundgesetz

Massenerhaltungssatz für Strömungen: Die Summe aller in einen Knoten einströmenden Volumenströme minus aller ausströmenden Volumenströme ist gleich null (stationärer Fall).

Σ Q_ein – Σ Q_aus = Q_Entnahme

Die Kontinuitätsgleichung gilt für jeden Knoten im Netz und bildet zusammen mit den Energiegleichungen das Gleichungssystem zur Rohrnetzberechnung.

Knotendruckhöhe

nodal pressure head
In WNETZ

Die Knotendruckhöhe ist die an einem Netzknoten herrschende piezometrische Druckhöhe (Summe aus geodätischer Höhe und Druckhöhe). Sie ist die primäre Unbekannte in der FEM-Rohrnetzberechnung.

In WNETZ werden die Knotendruckhöhen aller Knoten nach der Berechnung ausgegeben – als Tabelle und als farbcodierte 2D/3D-Visualisierung.
L

Lokale Verluste (Einzelwiderstände)

minor losses / local losses
Formel

Druckverluste durch lokale Strömungsstörungen wie Bögen, Abzweige, Querschnittsänderungen, Armaturen, Einläufe und Ausläufe. Berechnung über den dimensionslosen Widerstandsbeiwert ζ (Zeta):

Δp_lokal = ζ · (ρ · v² / 2) [Pa]

Typische ζ-Werte: Kniestück 90° ≈ 0,3–1,5; Absperrventil (voll offen) ≈ 0,1–0,5; Rückflussverhinderer ≈ 1,0–3,0; Rohreinlauf (scharfkantig) ≈ 0,5.

In WNETZ können lokale Verluste pro Strang als ζ-Wert oder als äquivalente Rohrlänge eingegeben werden.
N

Nennweite → DN

P

Parallele Pumpen

pumps in parallel
In WNETZ

Werden mehrere Pumpen parallel betrieben (gemeinsamer Saug- und Druckanschluss), addieren sich bei gleicher Förderhöhe die Fördermengen. Die gemeinsame Kennlinie ergibt sich durch horizontales Addieren der Einzel-Q-H-Kurven.

Der Betriebspunkt der Parallelschaltung liegt im Schnitt der summierten Pumpenkennlinie mit der Anlagenkennlinie. Beide Pumpen arbeiten dabei bei der gleichen Förderhöhe, aber jeweils mit ihrer eigenen Teilfördermenge.

WNETZ berechnet Parallelschaltungen und Reihenschaltungen von Pumpen automatisch – auch in vermaschten Netzen mit mehreren Pumpstationen.

Pumpenkennlinie

pump characteristic curve / Q-H curve
In WNETZ

Die Pumpenkennlinie (Q-H-Kurve) beschreibt den Zusammenhang zwischen Fördermenge Q und Förderhöhe H einer Pumpe bei einer bestimmten Drehzahl. Mit steigender Fördermenge nimmt die Förderhöhe in der Regel ab.

Aus dem Datenblatt des Pumpenherstellers werden charakteristische Wertepaare (Stützwerte) entnommen. Dazwischenliegende Punkte werden durch Interpolation berechnet. Zur vollständigen Charakterisierung einer Pumpe gehören außerdem:

  • Wirkungsgradkennlinie η(Q)
  • Leistungskennlinie P(Q)
  • NPSH-Kurve (Kavitationsgrenze)
In WNETZ können Pumpenkennlinien mit bis zu 8 Q-H-Stützwerten eingegeben werden. Die Interpolation und die Betriebspunktermittlung erfolgen automatisch.

Pumpwerk / Druckerhöhungsanlage

pumping station / pressure booster
In WNETZ

Eine Anlage, die Wasser oder andere Flüssigkeiten durch ein Rohrleitungsnetz fördert oder den Druck erhöht. Pumpwerke in Wasserversorgungsnetzen (Zubringer, Druckerhöhungsstationen) und in Abwassernetzen (Schmutzwasser-Pumpwerke für Druckentwässerung) sind typische Anwendungsfälle.

WNETZ ist für die hydraulische Auslegung von Pumpwerken geeignet: Pumpenkennlinien eingeben, Netz modellieren, Betriebspunkte berechnen.
R

Rohrrauheit

pipe roughness
DIN EN 805

Die mittlere Rauheit k [mm] der Rohrinnenwand beeinflusst die Rohrreibungszahl λ und damit den Druckverlust. Typische Werte:

  • Kunststoffrohr (PE, PVC): k = 0,003–0,010 mm
  • Gusseisen (neu): k = 0,10–0,25 mm
  • Stahlrohr (neu): k = 0,04–0,10 mm
  • Gusseisen (gealtert, inkrustiert): k = 0,5–3,0 mm
  • Betonrohr: k = 0,5–2,0 mm
In WNETZ wird die Rohrrauheit k [mm] je Strang eingegeben. WNETZ berechnet daraus automatisch λ nach Colebrook-White.

Reynolds-Zahl

Reynolds number
Formel

Dimensionslose Kennzahl, die das Verhältnis von Trägheitskräften zu Zähigkeitskräften in einer Strömung beschreibt:

Re = v · D / ν [–]

Dabei ist v die Strömungsgeschwindigkeit [m/s], D der Rohrdurchmesser [m] und ν die kinematische Viskosität [m²/s]. Strömungsregime:

  • Laminar: Re < 2.300 → geordnete Schichtströmung, λ = 64/Re
  • Übergangsbereich: 2.300 < Re < 4.000
  • Turbulent: Re > 4.000 → ungeordnete Strömung, λ nach Colebrook-White

In der Wasserversorgungspraxis liegt Re meist im turbulenten Bereich (Re = 10.000–500.000).

Rohrleitung (Rohrstrang)

pipe / pipe segment
In WNETZ

Ein Rohrstrang verbindet zwei Knoten im Rohrleitungsnetz. Er wird durch folgende Parameter beschrieben: Länge [m], Innendurchmesser [mm], Rohrrauheit k [mm], Fluid, lokale Verluste (ζ-Wert).

In WNETZ wird jeder Rohrstrang durch Verbinden zweier Knoten im Schemazeichner angelegt. Die Strangparameter werden in der Datentabelle eingegeben.

Rohrleitungsnetz

pipe network / piping system
In WNETZ

System aus Rohrleitungen, Knoten (Abnahmestellen, Verzweigungen), Pumpen und Behältern, das Fluid von Quellen zu Verbrauchern transportiert. Unterschieden werden:

  • Verzweigtes Netz (Strangförmig): Baumstruktur ohne Ringleitungen – eindeutige Lösung, einfache Berechnung
  • Vermaschtes Netz (Ringnetz): Mit Ringleitungen – mehrere mögliche Fließwege, iterative Berechnung erforderlich
WNETZ berechnet sowohl verzweigte als auch vollständig vermaschte Rohrnetze.

Rohrreibungszahl λ

Darcy friction factor / pipe friction coefficient
Formel

Dimensionsloser Widerstandsbeiwert in der Darcy-Weisbach-Gleichung, der den Strömungswiderstand der Rohrleitung beschreibt. Abhängig von Strömungsregime und Rohrrauheit:

  • Laminar (Re < 2300): λ = 64 / Re
  • Turbulent, hydraulisch glatt: λ nach Blasius: λ = 0,3164 · Re⁻⁰·²⁵
  • Turbulent, rau: λ nach Colebrook-White (iterativ)

Typische λ-Werte in der Wasserversorgung: 0,010–0,035.

WNETZ berechnet λ automatisch aus Re und k nach Colebrook-White – keine manuelle Eingabe erforderlich.
S

Sprinkleranlage

sprinkler system / fire suppression system
DIN EN 12845In WNETZ

Stationäre Feuerlöschanlage mit automatisch öffnenden Sprinklerköpfen. Die hydraulische Auslegung nach DIN EN 12845 erfordert den Nachweis ausreichenden Drucks und Flusses an den ungünstigsten Sprinklerköpfen (Bemessungsbereich).

Die Berechnung umfasst Druckverluste in allen Rohrleitungen, Mindestdruck an den Sprinklerköpfen sowie den Betriebspunkt der Sprinklerpumpe.

WNETZ eignet sich für die hydraulische Berechnung von Sprinkleranlagen. Druckverluste und Betriebspunkte der Pumpen werden für alle Lastfälle berechnet.
T

Trinkwasserversorgungsnetz

drinking water distribution network
DVGW W 400 · DIN EN 805In WNETZ

Rohrleitungsnetz zur Verteilung von Trinkwasser von der Aufbereitung bis zu den Hausanschlüssen. Normative Anforderungen nach DVGW W 400 und DIN EN 805: Mindestversorgungsdruck 2,5 bar (= 25 mWS) am Hausanschluss, maximale Fließgeschwindigkeit 2,0 m/s.

Typische Netztopologien: Ringleitungen (vermascht) für Zuverlässigkeit, Stichstränge (verzweigt) für Randgebiete. Pumpwerke, Hochbehälter und Druckerhöhungsanlagen regeln den Versorgungsdruck.

WNETZ ist speziell für Trinkwasserversorgungsnetze kleiner bis mittlerer Größe (bis 1.000 Knoten) optimiert – gemäß DVGW W 400.
V

Vermaschtes Netz (Ringnetz)

looped network / ring network
In WNETZ

Ein vermaschtes Rohrnetz enthält mindestens eine geschlossene Leitungsschleife (Masche/Ring). Wasser kann zwischen zwei Punkten über mehrere Wege fließen. Die Durchflussaufteilung ist nicht eindeutig aus der Topologie bestimmbar – sie ergibt sich aus den Energiebedingungen in jeder Masche.

Vorteile gegenüber verzweigten Netzen: höhere Versorgungssicherheit (Ausfall eines Stranges lässt Versorgung über alternativen Weg), gleichmäßigere Druckverteilung, geringere Fließgeschwindigkeiten.

WNETZ löst vermaschte Netze beliebiger Komplexität durch FEM-Berechnung mit Cholesky-Algorithmus – schnell und exakt.

Verzweigtes Netz (Strangförmiges Netz)

branched network / tree network
In WNETZ

Rohrleitungsnetz ohne geschlossene Ringe. Jeder Knoten ist von der Quelle aus über genau einen Pfad erreichbar (Baumstruktur). Die Durchflüsse in allen Strängen sind eindeutig aus den Knotenentnahmen bestimmbar – ohne Iteration.

Nachteil: Ausfall eines Stranges unterbricht die Versorgung aller nachgelagerten Verbraucher.

WNETZ berechnet verzweigte Netze als Sonderfall des allgemeinen Rohrnetzes.

Viskosität

viscosity
Stoffeigenschaft

Maß für die innere Zähigkeit einer Flüssigkeit. Unterschieden werden:

  • Dynamische Viskosität η [Pa·s = kg/(m·s)]
  • Kinematische Viskosität ν = η/ρ [m²/s]

Wasser bei 10 °C: ν ≈ 1,31 · 10⁻⁶ m²/s; bei 20 °C: ν ≈ 1,00 · 10⁻⁶ m²/s. Die Viskosität beeinflusst die Reynolds-Zahl und damit die Rohrreibungszahl.

W

Widerstandskennlinie (Anlagenkennlinie)

system curve / resistance curve
In WNETZ

Die Anlagenkennlinie beschreibt den Zusammenhang zwischen Fördermenge Q und der erforderlichen Förderhöhe H des Rohrleitungssystems. Sie setzt sich zusammen aus:

  • Statischer Anteil: geodätische Höhendifferenz + Druckdifferenz (konstant, unabhängig von Q)
  • Dynamischer Anteil: Rohrreibungsverluste und lokale Verluste (∝ Q²)
H_Anlage = H_stat + R · Q²

Der Schnittpunkt von Anlagenkennlinie und Pumpenkennlinie ergibt den Betriebspunkt.

WNETZ berechnet die Anlagenkennlinie implizit im Rahmen der Netzberechnung und ermittelt den Betriebspunkt automatisch.

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